warum 4/3?

Schon eine Ewigkeit fotografiere ich, angefangen Jugendlicher mit einer Pocketkamera und den einfachen Filmkassetten im kompakten Format. Ritsch-Ratsch-Klick war die gängige Bezeichnung für die Modelle mit dem roten Auslöser aus Leverkusen. Die Konfirmation legte mir ein besseres Modell auf den Gabentisch, den Hersteller gibt es heute aber auch nicht mehr. In der Ausbildung dann der erste richtige Fotoapparat mit einem Spiegel und eine 50er Festbrennweite. Nach und nach kamen noch einige Objektive dazu, doch irgendwann war wieder Schluss mit meine Fotografischen Karriere.

Die Renaissance bei mir kam erst wieder im digitalen Zeitalter. Plötzlich erschien vieles Einfacher. Keine Filme mehr horten, kein Gang zu den Entwicklerstellen und mit dem Internet gab es auch eine Plattform, der das Bilder machen wieder einen Sinn gab. Es folgte die Zeit der geringen Auflösungen, mit verschiedenen Kompaktmodellen diverser Hersteller. Die Reihenfolge der unterschiedlichsten Firmen ist mir nicht mehr bewusst, Fuji war aber mit mehreren Modellen vertreten. Die Auflösungen erreichten Anfangs gerade einmal gute eine Million Megapixel, vielleicht mal gerade zwei. Die Bildschirme hatten noch Auflösungen von 640 x 480 Pixel und waren kaum größer als 15 Zoll und Flachbildschirme waren noch unbekannt. Die Uploads wurden noch per Modem gemacht und ein Star war schon, wer eine ISDN-Karte besaß um mehr Surfgeschwindigekeit zu haben.

Die Auflösung der Monitore stieg stetig an und auch die Größe der Fotos entwickelte sich rasant. Dazu kam dann noch die fortschrittliche DSL Technologie und die ersten Spiegelreflex Kameras mit Chip anstatt Film erforderten viel Investitionsvolumen in eine halbwegs brauchbare Fotoausrüstung. Die ersten Communitys für Fotos kamen auf und wurden schnell bekannt, jeder postete Bilder was die Speicherkarte hergab. Mit dem Anstieg der Internetgeschwindigkeit, stieg auch stetig die immer höher werdenden Auflösungen der digitalen Kameras. Es gab plötzlich Superzoom Kameras, besser bekannt unter dem Namen Bridge Cam, die mit vielversprechenden 240er Brennweiten um die Gunst der Käufer buhlten. Auch ich erlag dem damaligen Wahn, je mehr Zoom, desto bessere Bilder. Ernsthaft zu fotografieren begann ich wieder mit eine Panasonic Lumix FZ 50 und einer Auflösung von 10 Millionen Pixeln.

Dann passierte etwas, was die Kamerawelt etwas in Aufruhr versetzte. Olympus und Panasonic schufen ein neues Format mit kompakten Sensoren, das Micro Four Third. Kompakte Sensonren brauchen weniger Licht, also ermöglichen Sie auch kleinere und leichtere Objektive. Die Kameres ab der dritten Generation waren jetzt so leistungsfähig wie die kleinen Spiegelreflex Apparate mit APSC Sensoren, jedoch deutlich kleiner und leichter. Langsam gab es auch mehr Objektive, zu den Zooms kamen Festbrennweiten, Objektive von Olympus passten auf die Lumix G Serie von Panasonic und umgekehrt. Die ersten Fremdhersteller brachten Objektive, bzw. Objektivserien heraus. Ab der vierten Generation der 43 Kameras wurde der Rückstand auf die „kleinen“ Spiegelreflex immer kleiner, heute bestechen die FourThirds durch Schnelligkeit und Kompaktheit und stellen die APSC‘ler von Canon und Nikon oft in den Schatten. Es gibt für mich keinen Grund mehr, an der Qualität der gemachten Bilder zu zweifeln, wie es in den Anfangsjahren des neuen Formats noch in bestimmten Situationen der Fall gewesen ist.

Heute sind die Kameras schneller und immer noch deutlich kompakter als Spiegelreflexmodelle. Durch den offenen Standard gibt es Objektive für jeden Geschmack und Geldbeutel. Die Palette reicht von Festbrennweiten über Zooms, Makros und Fisheys, kein Wunsch bleibt unerfüllt. Die Preisspanne beginnt bei 150 € und endet irgendwo knapp unter 2.000 €, von einem preisgünstigen Sigma bis zum teuren Leica Objektiv ist alles dabei. Das gilt natürlich auch für Zubehör wie Filter und Blitzgeräte. Es ist wirklich viel Auswahl vorhanden.