Amateure vs. Profis

Vor einiger Zeit bin ich auf einen Artikel bei Zeit-Online zum Thema Fotografie gestoßen.

Es ist ein Artikel, der die Not von Fotografen aufgreift, oder ist es die Allgemeine Entwicklung in unserem Land, weg von Löhnen und Gehältern die ein gutes Leben ermöglichen, das ab und zu einmal einen Urlaub ermöglicht und auch sonst ein Dasein in einer gemütlichen Wohnung. Das ist natürlich schwer zu sagen. Fotografen unterliegen ja noch der Besonderheit, dass im Zeitalter der Digitalisierung es für viele Menschen einfacher geworden ist, sich mit der Technik, die ohnehin immer günstiger wird, auseinanderzusetzen und mit ihr zu arbeiten. Die Programme zur Bildgestaltung werden immer einfacher und ermöglichen es oft schon mit wenigen Mausklicks akzeptable Ergebnisse zu generieren.

Die Stockfotografie ist doch nur noch etwas für ambitionierte Amateuere

Die Entwicklung der Fotografie geht dahin, dass es im Zeitalter des Internets und der digitalen Fotografie immer mehr Möglichkeiten gibt, seine Bilder, auch als Amateur, einer immer noch wachsenden Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Musste in den Siebzigern das weiße Betttuch aufgespannt werden, um seine Arbeiten einem etwas größerem Publikum zu zeigen, etwa in einem abgedunkelten Raum mit einem aufgebautem Diaprojektor, so gibt es heute diverse Plattformen, die nur darauf warten mit den Kunstwerken aus Handy, Kompakt-, System- oder Spiegelreflexkamera gefüttert zu werden. Der Vorteil dabei ist, ich muss nicht eine Einladung aussprechen, für Getränke und Chips sorgen, das heimische Wohnzimmer so umstellen. dass alle anwesenden Personen ausreichend Platz finden. Es reichen ein paar Mausklicks und mein fotografisches Werk steht der weltweiten Internetgemeinde zur Ansicht zur Verfügung.

Lichtexperiment
Lichtexperiment

Für Fotografen wird es, wie für fast alle Berufsgruppen auch, immer schwieriger von seiner Arbeit zu leben. In der jüngsten Vergangenheit sprossen in den Einkaufzentren immer mehr Studios aus dem Boden, die dem schnellen Einkäufer in den Shoppingtempeln ein rasch geschossenes Erinnerungsfoto für wenig Geld versprechen. Teilweise zur Ansicht der vorbeihastenden Kaufwilligen mühen sich freundliche Mitarbeiter dieser Studios ab, den Kindern ein Lächeln abzuringen und dieses dann im richtigen Moment als Bits und Bytes auf der digitalen Wolke abzuspeichern.

Die Preise für Stockfotografie sind für Neueinsteiger nicht mehr akzeptabel und bewegen sich deutlich unter einem Euro pro verkauftem Bild. Um hier ein vernünftiges Monatseinkommen, zumindest als Ergänzung zu seinem Fotografenjob zu erzielen, müssen täglich schon um die hundert Bilder verkauft werden, eine Summe die mehr als utopisch ist. Für Amateure, die sich ein paar Cent nebenbei verdienen wollen um die Kosten für das neue Objektiv oder das Zubehör etwas abzumildern mag das vielleicht noch eine Möglichkeit sein, Für hauptberufliche Fotografen dagegen weniger.

Es ist eben die allgemeine Entwicklung, dass menschliche Arbeit bis auf wenige Ausnahmen immer weniger Wert ist.

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